schlafwandeln.com

Schlafwandeln – Somnambulismus

Somnambulismus (lat. Somnus „der Schlaf“; ambulare „wandern“), besser bekannt unter dem Begriff Schlafwandeln, wird auch als Mondsucht (Lunatismus) oder Nachtwandeln bezeichnet und ist eine Schlafstörung. Bei diesem Phänomen verlässt der Schlafende, ohne dabei aufzuwachen, das Bett, geht umher und verrichtet teilweise Tätigkeiten.

Dieser Vorfall dauert in der Regel nur wenige Minuten. Es ist ein Zustand der veränderten Bewusstseinslage. Schlaf und Wachsein tritt dabei gleichzeitig auf. Der Schlafwandler verhält sich dabei wie in einem wachen Zustand, die Gehirnströme der Person zeigen jedoch, dass sie schläft.

Verhalten von Schlafwandlern

Das Schlafwandeln beginnt typischerweise mit dem plötzlichen Aufrichten der Person im Bett. Danach schaut sich der Schlafwandler um und macht den Eindruck von Verwirrtheit. Man könnte nun erst an Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit denken, aber in diesem Fall handelt es sich um Schlafwandeln.

Beim Schlafwandeln ist die betroffene Person sogar in der Lage komplexe Handlungen auszuführen

Beim Schlafwandeln ist die betroffene Person sogar in der Lage komplexe Handlungen auszuführen

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder legt sich die betroffene Person wieder hin und versucht weiter zu schlafen, oder sie steht auf, verlässt ihr Bett und führt sinnvolle und komplexe Handlungen durch.

Zum Beispiel sind Schlafwandler in der Lage Gespräche mit anderen, wachen Personen zu führen oder sich selbst Essen zuzubereiten. Allerdings sind Schlafwandler auch Risiken ausgesetzt. Es kann beispielsweise vorkommen, dass sie die Wohnung verlassen und sich Richtung Strasse bewegen. Ebenso möglich ist es, dass sie versuchen über ein Fenster die Wohnung zu verlassen.

Oftmals dauert die Phase des Schlafwandelns nur Sekunden, kann sich jedoch auch wenige Minuten hinziehen. Nach dem Aufwachen am nächsten Tag kann sich der Schlafwandler oft an nichts erinnern.

Ursachen

Früher nahmen die Menschen an, dass Schlafwandeln etwas mit dem Vollmond oder einer sonstigen Lichtquelle zu tun hat und dieses Phänomen auslöst, von daher auch der Name Mondsucht. Diese Theorie wurde jedoch wissenschaftlich widerlegt.

Andere Reize, zum Beispiel Körperfunktionen, wie eine vollere Blase oder laute Geräusche, können das Phänomen auslösen zumindest jedoch begünstigen. Da das Schlafwandeln bei Kindern in der Regel mit Beginn der Pubertät aufhört, gilt als eine der wahrscheinlichsten Ursachen dabei, das nicht voll ausgereifte zentrale Nervensystem.

Erwiesen ist jedoch eine genetische Disposition, denn das Schlafwandeln tritt in gewissen Familien vermehrt auf.

Sind beispielsweise Vater und Mutter Schlafwandler, so liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60 Prozent, dass auch die Kinder davon betroffen sind. Viele Angehörige sind ebenfalls somnambul.